GATTI GRIGI

Ausgabe #0: Vorwort

Venedig

2026 — ein neues Jahr

Die neue Jahreszahl klingt im Januar wie jedes Jahr befremdlich.
So ist es zumindest für mich und so wird es auch sicherlich jedes weitere Jahr aufs Neue sein. Eine gewisse Beständigkeit sozusagen und genauso zelebrieren auch die neuen Jahresvorsätze eine gewisse Beständigkeit, gleich wenn wir uns alle wieder mehr vornehmen als wir schaffen werden. Natürlich soll das neue Jahr noch erfolgreicher werden, natürlich wollen wir uns noch mehr steigern um unseren Vorgesetzten und den Chefetagen darüber noch mehr Geld in die Kassen zu spülen und jedes Jahr aufs Neue muss man höher springen, weiter springen oder öfters springen. Doch genau das wollen wir hier nicht tun. 2026 möchte ich damit starten mich mehr dem Müßiggang zu widmen und mich mehr auf die kleinen Dinge des Lebens zu konzentrieren. Gerne nehme ich euch mit. Ich bin jetzt in meinen Dreißigern und habe ein gewisses Maß an Selbstvertrauen aufgebaut. Ich kann mir selbst eingestehen manchmal Angst vor etwas zu haben, meist davor zu scheitern. Aber warum eigentlich? Manchmal ist der Schritt einfach etwas zu tun viel einfacher als man gedacht hat und selbst wenn es dann nicht funktioniert wird man nicht gleich öffentlich hingerichtet. Also auf geht`s, lehnen wir uns zurück und genießen das Leben.

Ein guter Moment um das vergangene Jahr nochmals zu rekapitulieren.
Im vergangenen Jahr durfte ich viel von dieser Welt sehen und meine Reisehighlights sind zweifelsfrei Kyoto und Venedig. (Zur Japanreise selbst komme ich ggf. ein anderes Mal zurück). Diese beiden Städte sind genauso unterschiedlich wie schön und stehen ganz weit oben auf meiner Liste der schönsten Orte dieser Welt. Mit der Reise durch die verschiedenen japanischen Präfekturen haben wir uns einen großen Traum erfüllen können. Wer schonmal dort war versteht sicherlich, wenn ich sage, dass die Japaner bei allem eine unglaubliche Perfektion an den Tag legen und dabei stets zuvorkommend und freundlich sind. Das ganze Land hat ein geordnetes Chaos um sich herum und die Metropol-Städte pulsieren voller Leben. Für all die, die diese Erfahrung noch vor sich haben hier meine Top-5 Empfehlungen für Kyoto:

  • Nummer 1: Der Kinkakuji
  • Nummer 2: Ginkakuji
  • Nummer 3: Der Kijumizu-Dera (am besten bei Sonnenuntergang)
  • 4: Der Inari Shrine
  • Nummer 5: Der Arashijama Bambuswald

Die japanische Kultur hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Egal ob es die Gärten sind, die Tempel oder Schreine. Japan ist ein Land der Gegensätze und so wunderschön modern traditionell. Wir können von den Japanern vieles lernen. Wir streben alle nach mehr und nach Perfektion. Oder vielleicht nicht alle aber ich selbst ganz bestimmt und vielleicht wäre es besser öfters selbstreflektierend gewisse Dinge zu hinterfragen. Manchmal ist neu nicht besser und gebraucht oft die bessere Wahl. Die Perfektion im Unperfekten sehen können: Wabi-Sabi. Wusstet Ihr, dass wir ohne die japanischen Einflüsse im Menswear-Bereich den Ivy-Stil fast verloren hätten? Wenn euch das näher interessiert empfehle ich euch dieses Buch: 

Ametora von W. David Marx via Thalia

Im Gegensatz zur alten Kaiserstadt ist Venedig der Inbegriff der Dolce Vita, wenn auch genauso überfüllt wie die Metro in Tokio. Mein Tipp: Übernachtet in Venedig, steht zeitig auf und macht einen Ausflug auf die etwas weniger überlaufenen Inseln Burano und Murano. Dann habt Ihr am Abend Venedig „für euch allen“ oder teilt es nur mit der Handvoll Einheimischen und den Übernachtungsgästen der Stadt. Als großer Fan des durch Andrew Scott verkörperten Thomas Ripley aus der gleichnamigen Netflix-Serie war ich während unserer Italien-Reise darauf bedacht möglichst viele Serienschauplätze zu besichtigen. Wie Thomas Ripley sind auch wir mit dem Zug am Hauptbahnhof Venedigs angereist und haben den ersten Blick über die Stadt erhaschen können.

Hier ganz klar die Empfehlung möglichst wenig Gepäck mitzunehmen. Die ganzen Brücken und Gässchen sind wundervoll charmant am Abend aber bei 30 Grad und Marschgepäck verflucht Ihr jedes Pärchen das euch den Weg versperrt während Ihr zu eurem Hotel lauft. Venedig ist für mich die Verschmelzung von Leinenhemd und Aperol. Ein Spaziergang durch die Kanalstraßen, ein Besuch im Buchladen Liberia Acqua Alta, eine gute Pizza und ein Hauch Müßiggang. Oh Venedig, ich komme mit Sicherheit nochmal zurück. Die Jungs von Drake´s haben im vergangenen Jahr ein Lookbook in den Straßen Venedigs gemacht, zum ansehen hier entlang: Tailoring in Venice

Im Allgemeinen ist Italien ein Land das sich zu bereisen lohnt. Wir sind mit dem Nachtzug aus München nach Mailand gereist und dann wie Ripley mit der Trenitalia weiter quer Feld ein. In Florenz kann ich euch die Cocktails im Gilli´s wärmstens ans Herz legen, genauso wie die Lederwaren von Made In Tuscany (beides wenige Gehminuten vom Duomo di Firenze gelegen.) Meinen dort erworbenen Gürtel trage ich derzeit am meisten. (Mehr dazu folgt) Auch die vielen Trattoria oder Spaghetteria laden zum verweilen ein.


2025 habe ich ganz viel Neues gesehen, gegessen, gelernt und gehört. Zu letzterem zählen die beiden deutschsprachigen Podcasts Sartorial Schnick Schnack und Zero Reset – Uhrenpodcast die mir viele Stunden guter Laune und Input gegeben haben. Wenn einer von euch dies hier also lesen sollte: Chapeau und vielen Dank dafür.

Sobald man sich um die schönen Dinge des Lebens und deren Details kümmert und sich näher damit beschäftigt, sieht man manche Sachen auch mit anderen Augen. Nehmt euch also die Zeit und hört mal rein. Gerade auch die Gäste bringen neue Ideen und neue Denkansätze mit. „Einfach mal machen“ sagt Philipp Dreißig in irgendeiner Folge zum Thema: Rosa Jeanshemd. „Einfach mal machen“ sagte ich mir und begann diesen Blog zu starten. Bekleidung ist und war für mich immer eine ganz ganz wichtige Sache. Dient sie doch dazu uns einer gewissen Gruppe zugehörig zu fühlen.

Ich habe mir zu Geburtstagen oder zu Weihnachten schon immer Bekleidung gewünscht und dann auch immer ganz genau vorgegeben was und wie. In meiner jüngsten Jugend waren Skaterschuhe total In, genau wie Baggy-Hosen. Wenn Vans angesagt waren brauchte ich Vans und als wir später angefangen haben Metal zu hören und Merch zu tragen musste ich genau das haben was alle gut fanden. Im Nachhinein nicht immer korrekt aber damals mein Weg um dazuzugehören. Heute ist mein Kleiderschrank genauso divers aufgestellt wie mein Geschmack es ist. Neben Odd-Jackets und Rahmengenähten Oxfords stehen Classic Vans und fast die gesamte Merch-Kollektion von Enter Shikari. Und so verschieden wie meine Geschmäcker sind, so verschieden werden wohl auch die Blog-Beiträge hier auf Gatti Grigi. Ich freue mich darauf euch davon zu berichten und ich bin mir sicher es wird für jeden etwas dabei sein auch wenn sich die genaue Richtung der Beiträge erst im Laufe der Zeit herauskristallisieren wird. Für mich ist ganz wichtig, dass ich hier nur über Dinge berichte die mich wirklich selbst interessieren, keine Inhalte anderer Kopiere oder meine Meinung verkaufe. Die Inhalte auf Gatti Grigi werden kostenfrei bleiben. Ich freue mich aber über jede Unterstützung.

Das war wohl das längste Vorwort überhaupt und damit willkommen auf www.gatti-grigi.com 

In der nächsten Ausgabe widmen wir uns dem wohl bekanntesten Stoff der Welt, dem Denim. Also hier entlang –> Ausgabe #1: Denim, Denim, Denim

Miau und Ciao.

Kommentar

  1. […] am meisten beschäftigen. Und schließlich ist es mein Blog. Wer im Januar dieses Jahres den ersten Artikel, Ausgabe #0 – das Vorwort, gelesen hat, weiß, dass ich vor ungefähr einem Jahr darüber nachgedacht habe, wieder etwas […]

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