GATTI GRIGI

Behind the Passion: Gebrüder Lämmermann

Im Gespräch mit den Gebrüdern Lämmermann


The desktop version is displayed in two columns. If you are reading this interview on a mobile device, click here for the English version or scroll down:


Was als gemeinsame Leidenschaft für klassische Herrenmode begann, entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit zu einem eigenen Projekt. Als Gebrüder Lämmermann zeigen Marco und Tom, wie vielseitig sartorialer Stil sein kann. Mal klassisch und konservativ, mal italienisch, preppy oder mal ganz anders kombiniert.

Wir haben mit den beiden über ihre ersten Anzüge, die Entstehung ihres Instagram-Auftritts, stilistische Unterschiede, Authentizität und ihre Pläne für die Zukunft gesprochen. Natürlich ging es dabei auch um Loafer, lange Mäntel, eingesteckte Krawatten und die Frage, warum der Herbst modisch vielleicht doch die schönste Zeit des Jahres ist.



Wer sind die Gebrüder Lämmermann?

Gatti Grigi: Bevor wir über Kleidung sprechen: Wer sind die Gebrüder Lämmermann und wie würdet ihr euch gegenseitig jemandem vorstellen?

Tom: Starke Frage zum Beginn. Wir sind zwei Menschen, die versuchen, das Thema möglichst unkompliziert anzugehen. Anzüge sind einfach cool – genauso wie die Looks, die man mit ihnen kreieren kann. Meiner Meinung nach muss man das alles aber nicht hochgestochener behandeln, als es ist. Wir haben Freude daran und tauschen uns gern mit den Menschen in dieser Bubble aus. Mit unserem Instagram-Auftritt möchten wir andere inspirieren, sie mitnehmen und ihnen vielleicht den kleinen Motivationsschub geben, etwas selbst auszuprobieren.

Marco bringt allein schon durch seinen Namen einen italienischeren Touch mit. Ich bin dagegen manchmal stärker im Preppy-Stil oder in der britischen Richtung unterwegs. Marco verkörpert mehr von diesem italienischen Lebensgefühl – und das sieht man ihm einfach an.

Marco: Das Spannende ist, dass unser Interesse ungefähr zur gleichen Zeit entstand. Wir waren beide im Bankwesen tätig und kamen dadurch mit dem Thema Anzüge in Berührung. Zunächst waren es natürlich die typischen Anzüge von der Stange, aber damit wuchs auch unser Interesse.

Tom ist von uns beiden derjenige, der sich mehr traut und auch extravagantere Kombinationen ausprobiert. Manchmal trägt er etwas, das ich für mich zunächst ausschließen würde – und ein halbes Jahr später mache ich es dann doch nach. Er probiert Dinge einfach aus, ohne lange darüber nachzudenken, ob man das so tragen kann.

Tom: Ein großes Stichwort ist da zum Beispiel das Einstecken der Krawatte!

Marco: Ja, aber das ist noch immer dein Thema. Davon hast du mich bisher nicht überzeugt.

Tom: Das kommt noch, sage ich dir.



Vom ersten Anzug zum eigenen Stil


Gatti Grigi: Ihr habt die sartoriale Welt also gemeinsam entdeckt. Gab es einen bestimmten Moment oder ein Kleidungsstück, das euch immer tiefer in das Thema hineingezogen hat?

Marco: Bei mir war es eher ein schrittweiser Prozess. Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto stärker achtete ich auch darauf, wie meine Kollegen gekleidet waren. Manche trugen einen Anzug nur, weil es vorgeschrieben war. Ihnen war egal, wie die Krawatte saß oder das Hemd aussah – Hauptsache, die Pflicht war erfüllt. Ich wusste, dass ich es anders machen wollte.

Rückblickend war die Lockerung der Kleiderordnung vielleicht ein Schlüsselmoment. Plötzlich konnte man sich stärker ausleben, und ich wollte bewusst nicht einfach nur alles casualisieren. Statt Sneakern probierte ich Loafer aus, kombinierte dazu aber zum Beispiel gern ein T-Shirt. Das finde ich manchmal sogar cooler als ein Hemd. So kann ich mich austoben, ohne das Outfit zu stark zu vereinfachen.

Wenn ich weiter zurückdenke, begann mein Interesse sogar noch früher. Ich bin ein riesiger How I Met Your Mother-Fan. Aus heutiger Sicht würde man die Anzüge aus der Serie vielleicht kritisch beurteilen, aber damals fand ich sie großartig. Schon zu dieser Zeit beschäftigte mich die Frage, wie man einen Anzug tragen kann, ohne zu einer Hochzeit zu gehen – und wie er sich ganz selbstverständlich in den Alltag integrieren lässt. Das Thema hat mich eigentlich schon immer begleitet.

Tom: Bei mir war der Weg ähnlich. Marco ist der Ältere von uns beiden, und als kleiner Bruder schaut man natürlich zu ihm auf. Als er schon im Anzug zur Arbeit ging und ich noch in der Schule war, fand ich das total stark.

Später entdeckte ich Brian Sacawa und He Spoke Style auf YouTube sowie seine Website. Damals gab es dort ein Lookbook mit weit über hundert Outfits, durch das man sich endlos klicken konnte. Damit habe ich wirklich Stunden verbracht.

Als ich schließlich selbst bei einer Bank anfing, konnte ich dieses Interesse endlich ausleben. Zu Beginn trug ich natürlich ebenfalls Anzüge von der Stange – man wusste es einfach noch nicht besser. Erst mit der Zeit achtet man stärker auf Details: Wo sollte der Hosenbund sitzen? Wie verändert eine größere Beinweite die Proportionen? Dann begann ich zu experimentieren.

Ich habe von Anfang an fast immer Krawatte getragen, einfach weil ich Lust darauf hatte – mal förmlicher, mal nur als Strickkrawatte zum Sportsakko. Zuerst konnte ich meinen Stil im Beruf ausleben, später übertrug sich das immer stärker auf meine Freizeit. Wenn es bei der Arbeit funktioniert, warum sollte ich es dann nicht auch privat tragen?



Ein paar Drinks und eine Idee


Gatti Grigi: Wann wurde aus eurem gemeinsamen Interesse das Projekt, das wir heute als Gebrüder Lämmermann kennen?

Tom: Das war 2025. Damals hinterfragte ich vieles: Was möchte ich beruflich und privat eigentlich machen? Wir steckten beide schon ziemlich tief in diesem Thema und konnten uns stundenlang über Menswear unterhalten.

Irgendwann entstand die Idee, nicht gleich den Beruf hinzuschmeißen, sondern zunächst einen Weg zu finden, unser Hobby auszuleben und einen Fuß in die Szene zu bekommen. Also beschlossen wir, ganz entspannt mit Instagram anzufangen. Bei der Ideenfindung waren übrigens auch ein paar Drinks im Spiel.

Zunächst zeigten wir unsere Gesichter nicht. Das war uns am Anfang wichtig. Dann fanden die ersten Bilder ihr Publikum, und wir dachten: Okay, cool – dann können wir uns eigentlich auch selbst zeigen. Die ersten Follower kamen, alles entwickelte sich recht schnell und plötzlich waren wir mittendrin in dieser Bubble.

Marco: Die Geschichte ist wirklich lustig. Wir waren in einer Rooftop-Bar in Nürnberg, haben etwas getrunken und uns über die Idee unterhalten. Ungefähr fünf Stunden später verließen wir die Bar mit einem ersten Entwurf unseres Logos und dem festen Plan, uns am folgenden Samstag wieder zusammenzusetzen und das Projekt zu starten.



Zwei Brüder, eine klare Vision


Gatti Grigi: Habt ihr euch bei der Arbeit von Anfang an gut ergänzt? Wie entstehen eure Projekte – eher spontan oder anhand eines festen Storyboards?

Marco: Mittlerweile haben wir eine klare Aufteilung, die sich mit der Zeit ganz natürlich entwickelt hat. Am Anfang arbeiteten wir noch anders und wechselten nach einigen Wochen teilweise die Rollen.

Ich bin eher der strukturierte Typ und plane gern. Tom ergreift schneller die Initiative. Dadurch ergänzen wir uns sehr gut: Er bringt viele Ideen ein, und ich überlege, wie wir sie umsetzen können. Mir fehlt manchmal die Spontaneität, Dinge einfach auszuprobieren.

Ich stehe meistens hinter der Kamera, weil ich mich dort besser auskenne. Tom stellt sich einfach davor, und von hundert Bildern funktionieren bei ihm mindestens siebzig. Bei mir sind es vielleicht vierzig oder sogar nur dreißig. Wir holen also mehr aus einem Shooting heraus, wenn ich hinter der Kamera bleibe.

Tom: Ich finde auch, dass wir uns sehr gut ergänzen. Die Leidenschaft ist bei uns beiden gleich groß, auch wenn wir einzelne Kleidungsstücke unterschiedlich tragen. Marco kümmert sich um vieles, was im Hintergrund organisiert und gemanagt werden muss. Außerdem kann er sehr gut mit Zahlen umgehen. Ich habe manchmal zu viele Ideen – und Marco schafft es, viele davon tatsächlich umzusetzen.

Marco: Man merkt erstaunlich schnell, wie viel Arbeit im Hintergrund anfällt. Unsere ersten vier Monate waren sehr intensiv, und wir haben unglaublich viele Menschen kennengelernt – etwa die Jungs von Mercury in Dortmund, die mittlerweile wirklich gute Freunde geworden sind.

Durch die verschiedenen Events wurde uns bewusst, dass wir uns in manchen Bereichen fast wie ein Unternehmen organisieren müssen, auch wenn das zunächst etwas merkwürdig klingt. Plötzlich muss man Dinge beachten, die man vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte – und nicht jede Erfahrung ist automatisch positiv.



Zwischen gegenseitiger Inspiration und eigenem Stil


Gatti Grigi: Als euer Auftritt professioneller wurde: Habt ihr euch stilistisch gegenseitig beeinflusst, oder achtet ihr bewusst darauf, eure Individualität zu bewahren?

Marco: Es ist eine gute Mischung aus beidem. Gerade bei unseren ersten Flatlays konnten wir die Kleidungsstücke noch frei miteinander kombinieren. Sobald wir die Outfits selbst vor der Kamera trugen, mussten die Sachen natürlich passen. Wir haben zwar ungefähr die gleiche Größe, aber Unterschiede merkt man trotzdem.

Uns war wichtig, keine künstlichen Outfits zu zeigen, die wir selbst niemals tragen würden.

Tom: Wir merken bei unterschiedlichen Arten von Content, dass nicht alles gleich gut funktioniert. Ein klassischer Business-Look mit Anzug, weißem Hemd und Krawatte spricht oft mehr Menschen an. Solche Looks bekommen auch außerhalb der eigentlichen Bubble mehr Aufmerksamkeit.

Wenn es kreativer wird etwa bei sommerlichen Outfits ohne Krawatte, bleibt der Inhalt eher in der Nische. Dafür wird er oft gerade von den Menschen geschätzt, die ein Auge für Details haben. Auf manches hätten wir selbst vor fünf Jahren wahrscheinlich noch nicht geachtet. Andere denken sich vielleicht einfach: „Junge, warum steckst du dir die Krawatte in die Hose?“

Marco: Das frage selbst ich mich immer noch.

Alle lachen.

Tom: Zum Glück gibt es selbst innerhalb einer Nische noch genügend weitere Nischen, sodass nicht alle gleich herumlaufen.



Die begehrtesten Stücke im Kleiderschrank des anderen


Gatti Grigi: Gibt es ein Kleidungsstück im Schrank des anderen, das ihr insgeheim gern selbst besitzen würdet?

Marco: Mittlerweile sind wir beide ganz gut ausgestattet. Gerade am Anfang kauften wir aber viele ähnliche oder sogar gleiche Teile. Creme und Navy sind eben eine gute Kombination und trotzdem standen wir dadurch bei Familienfeiern manchmal im selben Outfit da.

Später ließen wir eher Anzüge in ähnlichen Farben, aber mit unterschiedlichen Schnitten oder Stoffen anfertigen. Sonst laufen wir am Ende wieder gleich herum, und für Instagram bringt es uns ebenfalls wenig, zweimal dasselbe Outfit zu besitzen.

Es kam aber schon vor, dass Tom sich einen Anzug anfertigen ließ und ich den Stoff ebenfalls gern gehabt hätte.

Tom: Jetzt musst du aber konkret sagen, welches Teil aus meinem Kleiderschrank du gern hättest.

Marco: Dann wäre es dein SuitSupply Roma, den wir uns beim letzten Mal haben machen lassen. Ich hatte den Stoff selbst schon herausgesucht. Dann hielt man ihn dir hin, und du warst auf den ersten Blick verliebt. Wie du eben bist, hast du ihn sofort gekauft und ich dachte die ganze Zeit: Mist, wie bekomme ich dich jetzt von diesem Stoff wieder weg?

Tom: Das ist lustig, denn ich finde den Anzug ebenfalls großartig. Aus deiner Garderobe könnte ich sehr viele Stücke auswählen. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es aber dein zweireihiger Flanellanzug in einer Six-on-One-Konfiguration. Er ist klassisch und konservativ.

Ich besitze bisher keinen kompletten Flanellanzug, sondern nur eine Flanellhose, die ich über alles liebe. Mir fehlt das passende Sakko dazu. Dein Anzug passt mir leider nicht – aber wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich ihn nehmen.



Stil als Reise


Gatti Grigi: Hat sich euer Stil verändert, seit ihr eure Outfits öffentlich zeigt?

Tom: Aus meiner Perspektive ganz klar: ja. Wir sagen immer, Stil sei eine Reise. Innerhalb kurzer Zeit kann eine enorme Entwicklung stattfinden, und das muss überhaupt nichts Negatives sein.

Wir machen Instagram seit etwa einem Jahr. Wenn ich auf unsere damaligen Looks zurückblicke, sehe ich deutliche Veränderungen, obwohl ich in dieser Zeit gar nicht so viele neue Stücke gekauft habe. Ich habe stattdessen gezielter ausgewählt – zum Beispiel weiter geschnittene Hosen. Sie verändern den Charakter eines Outfits nicht grundsätzlich, lassen es durch bessere Proportionen aber viel stärker wirken. Das Bewusstsein für solche Details kann sich in sehr kurzer Zeit enorm verändern.

Marco: Hinzu kommt die Außenwahrnehmung. Wenn wir gemeinsam unterwegs sind und nach einem Shooting noch einen Kaffee trinken gehen, sind wir ohne besonderen Anlass so gekleidet in der Öffentlichkeit. Dadurch wird der Stil immer selbstverständlicher.

Am Anfang fragten Freunde noch, warum wir so oder so angezogen seien. Inzwischen fragt niemand mehr – es gehört einfach zu uns. Wir kommen nicht direkt aus einer Großstadt, sondern aus einer eher ländlichen Gegend. Das merkt man natürlich auch am Kleidungsstil.

Wenn wir durch München laufen, fühlt sich unser Auftreten vollkommen natürlich an. Bei uns zu Hause begegnet einem auf dem Marktplatz dagegen kaum eine zweite Person in Loafern. Ich könnte wahrscheinlich an einer Hand abzählen, wie viele Menschen ich hier bisher damit gesehen habe.


Authentizität statt Hype


Gatti Grigi: Was bedeutet Authentizität in einer Welt, in der wir uns ständig gegenseitig beeinflussen und manchmal auch kopieren?

Marco: Authentisch zu sein bedeutet für mich, hinter dem zu stehen, was man tut. Wir springen nicht auf jeden Hype-Zug auf. Das wäre durchaus einfacher: Es gibt unzählige Videoideen und Hooks, die man unkompliziert kopieren könnte und von denen wir wissen, dass sie viele Menschen erreichen.

Das entspricht aber nicht unserem Anspruch. Wir wollen unsere Inhalte ehrlich vermitteln und Reichweite nicht auf diese Weise aufbauen. Natürlich wird man auch unbewusst von anderen beeinflusst. Entscheidend ist, dass wir uns selbst und den Inhalten, die wir veröffentlichen, treu bleiben.

Tom: Ich sehe das genauso. In unserer Bubble gibt es viele unterschiedliche Creator. Einige greifen Trends auf, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir möchten aber, dass die Menschen uns wegen unserer Botschaft folgen – nicht wegen irgendeines kopierten Reels.

Vielleicht würde so etwas kurzfristig mehr Follower bringen. Diese Menschen kämen dann aber wegen des kopierten Inhalts und nicht wegen unserer eigentlichen Message. Irgendwann muss man sich fragen: Möchte man einen Hype nach dem anderen mitnehmen, oder ist es wichtiger, die eigenen Werte zu vertreten? Wir entscheiden uns ganz klar für Letzteres.

Wir freuen uns über Aufmerksamkeit, aber uns ist wichtig, dass es wirklich unsere Inhalte sind.

Marco: Und wir möchten stolz darauf sein können. Auch unsere Freunde und Bekannten bekommen mit, was wir machen und natürlich wünschen wir uns, dass sie es gut finden.


Zwei Wünsche ohne Preislimit


Gatti Grigi: Wenn ihr euch jeweils ein Kleidungsstück anfertigen lassen könntet, ohne auf den Preis oder die Alltagstauglichkeit achten zu müssen: Wie würde es aussehen?

Tom: Diese Frage ist gar nicht gut für meinen Kaufenthusiasmus. Bei den Jungs von Mercury habe ich vor einiger Zeit einen Mantel entdeckt, den ich während der Pitti auch schon tragen durfte: einen Car Coat mit Herringbone-Muster.

Für mich gilt bei Mänteln: Je länger, desto schöner und das besonders mit Raglanärmeln. Ich habe mich auf den ersten Blick in dieses Stück verliebt. Irgendwann werde ich ihn mir holen. Er steht definitiv auf meiner Wunschliste.

Gatti Grigi: War das der Mantel in Salt-and-Pepper?

Tom: Den Salt-and-Pepper-Mantel hat Marco getragen. Ich hatte den mit Herringbone-Muster an.

Gatti Grigi: Und bei dir, Marco?

Marco: Ein Smoking steht schon lange auf meiner Liste. Bisher besitze ich noch keinen vollständigen. Ich kaufe sehr viel über Vinted und habe dort jemanden gefunden, der viele SuitSupply-Sachen verkauft, die mir sehr gut passen. Dadurch komme ich immer wieder günstig an interessante Stücke.

So habe ich auch ein weißes Dinnerjacket gefunden, das ich bei W. M. Brown auf der Pitti zum ersten Mal richtig tragen konnte. Es vermittelt bereits einen Teil des Looks, aber der komplette Smoking fehlt mir noch. Den würde ich mir wünschen – auch wenn man das angesichts der Anzahl an Anzügen in meinem Schrank fast nicht sagen darf.



Gibt es die Gebrüder Lämmermann auch einzeln?


Während Marco nach einer kurzen Unterbrechung wieder zum Gespräch zurückkehrt, sprechen wir mit Tom allein weiter.

Gatti Grigi: Wie viel vom Online-Auftritt der Gebrüder Lämmermann bist du allein? Gibt es dich online überhaupt als Einzelperson, oder ist alles ein Gemeinschaftsprojekt?

Tom: Die Arbeit ist zu hundert Prozent gemeinschaftlich. Nichts passiert ohne Absprache mit dem anderen. Natürlich haben wir intern unsere Aufgaben aufgeteilt. Wie Marco schon sagte, bin ich häufiger vor der Kamera zu sehen, während er sich stärker um das Editorial und die Aufnahmen kümmert. Kameratechnisch ist er einfach der Fachmann. Trotzdem wird jeder Look besprochen und jeder Post gemeinsam geplant.



Pitti besser im Sommer oder Winter?

Gatti Grigi: Marco, willkommen zurück. Wir waren gerade beim Thema Smoking, Einladungen und der W. M. Brown Party auf der Pitti. Seid ihr bei der nächsten Pitti wieder dabei?

Marco: Ja, bestimmt.

Tom: Wir hoffen es. Hoffentlich ändert sich nichts daran.

Gatti Grigi: Wenn ich es ebenfalls schaffe, lade ich euch gern auf ein kühles Getränk ein. Auf Bildern wirkt die Sommer-Pitti zwar immer großartig, aber aus Sicht der Outfits ist die Winterausgabe für mich das eigentliche Highlight.

Marco: Die Sommer-Pitti ist bei vierzig Grad natürlich anstrengend. Im Winter ist es wesentlich angenehmer.

Tom: Wenn man in Deutschland Sommer und Winter vergleicht, ist unser Winter einfach viel zu kalt. In Florenz sind die Unterschiede während der Pitti weniger extrem – abgesehen davon, dass man im Sommer vor Hitze eingeht.

Bei der Winterausgabe kann man trotzdem gut in der Gasse bei J. Mueser stehen oder an der W. M. Brown Party am Pool teilnehmen. Man muss sich wegen der Temperaturen nicht drinnen verstecken.


Vom Instagram-Account zur eigenen Marke?


Gatti Grigi: Wenn wir einige Jahre in die Zukunft blicken: Könnt ihr euch vorstellen, dass aus den Gebrüdern Lämmermann mehr wird als der heutige Social-Media-Auftritt?

Tom: Wenn du so fragst: Laut einem Teil unserer Follower sind wir das längst. Es ist manchmal Fluch und Segen zugleich, denn viele halten uns bereits für einen Store. Wir vermuten, dass es an unserem Logo liegt. Für einige sind wir offenbar schon eine Brand. Beim Thema Zukunft gebe ich aber gern an Marco ab.

Marco: Einen festen Plan haben wir noch nicht. Natürlich denken wir darüber nach, wie wir das Projekt weiterentwickeln könnten – auch über eigene Produkte haben wir gesprochen. Eine konkrete Idee gibt es bisher aber nicht. Duftkerzen und Handcremes werden es definitiv nicht.

Vielleicht möchten wir künftig stärker plattformübergreifend arbeiten und auch YouTube richtig angehen. Uns reizen lockere Videos, Podcasts und andere Gesprächsformate. Wir sammeln Ideen und überlegen, wie wir etwas Eigenes entwickeln können, ohne andere zu kopieren. Konkreter können wir im Moment noch nicht werden. Das ist vielleicht keine besonders spannende Antwort, aber es ist die ehrliche.

Gatti Grigi: Wenn wir die Brücke zurück zum Anfang und zu Brian Sacawas He Spoke Style schlagen, können wir euch gut in diesem Bereich sehen: Outfits nicht nur zeigen, sondern in längeren Videos auch darüber sprechen. Wäre das etwas für euch?

Marco: Ja, absolut. Der YouTube-Account existiert tatsächlich schon. Wir haben ihn vor Monaten angelegt, um uns den Namen zu sichern. Noch ist dort nichts zu sehen, weil wir weiterhin überlegen, welches Format am besten zu uns passt.

Mich reizt besonders die filmische Seite. Uns fehlt noch etwas Know-how, aber ich glaube, dass wir richtig gute Videos produzieren könnten. Das wäre definitiv eine spannende Richtung für die Zukunft.

Tom: Genau und demnächst machen wir erst einmal Let’s Plays! Haha!

Marco: Als nächstes Projekt möchten wir uns wirklich stärker mit Video beschäftigen, auch auf Instagram. Wir wollen hochwertige Inhalte produzieren und Geschichten erzählen. Im Moment fehlt uns dafür vor allem die Zeit aber wir müssen es einfach angehen.

Tom: Dann ist das hiermit besiegelt.


Der beste Rat für den Einstieg


Gatti Grigi: Wenn ihr euch anschaut, wo ihr heute steht, und bedenkt, dass immer neue Menschen das Thema für sich entdecken: Welchen Rat würdet ihr Einsteigern geben?

Tom: Mein Rat wäre zunächst, die Basics zu beherrschen. Ein dunkelblauer Anzug funktioniert eigentlich immer. Mein persönlicher Schwerpunkt wären aber gute Schuhe, denn damit deckt man sehr viel ab.

Ich würde Loafer empfehlen. Sie funktionieren sowohl zum T-Shirt als auch zum weißen Hemd und zur Jeans. Ein gutes Paar wertet den gesamten Look automatisch auf. Mein Tipp wäre also, stärker mit Schuhen zu experimentieren und darauf aufbauend verschiedene Hosen zu kombinieren.

Marco: Da gehe ich mit. Der zweite Schritt wäre: Kauft euch eine wirklich gute Hose und hört dabei auf eine kompetente Beratung. Höherer Bund, weiteres Bein, bitte nicht einfach irgendein Modell aus dem Kaufhaus. Die Hose verändert ein Outfit enorm.

Nehmt eine schöne Hose mit etwas Break und doppelten Bundfalten, kombiniert sie mit einem einfachen weißen T-Shirt und guten Schuhen und der Look steht.



Zeit für schlechtes Wetter


Gatti Grigi: Wir bewegen uns langsam auf den Herbst zu. Die Regentage nehmen zu und die Zeit der Barbour-Jacken steht vor der Tür. Was sollte man eurer Meinung nach auf dem Schirm oder darunter (an)haben?

Marco: Ich fange einfach an, und danach kann Tom mit seiner gesamten Herbstbegeisterung richtig loslegen.

Tom: Dann mache ich gleich die Herbst-Propaganda!

Marco: Ich freue mich sehr darauf. So gern ich den Sommer mag, freue ich mich darauf, die Herbstsachen wieder aus dem Schrank zu holen. Braun ist immer großartig – ich liebe Braun. Gerade im Herbst finde ich es fast noch besser als Navy. Die dickeren, schwereren Stoffe ergeben sofort diesen typischen Herbst-Look. Und jetzt: Bühne frei für Tom. Jetzt kannst du abnerden.

Tom: Anders als Marco bin ich ein wirklicher Herbstfan. Das sind für mich die schönsten Tage: Die Luft ist frisch, es gibt keine Mückenstiche, und ich habe einfach Lust auf die Jahreszeit.

Wir holen die Barbour-Jacken heraus. Meine muss ich allerdings vorher noch wachsen. Deshalb mein Tipp: Wachst eure Barbour-Jacken rechtzeitig nach. Für erfahrene Barbour-Träger ist das nichts Neues, aber macht es wirklich!

Gatti Grigi: Benutzt du dafür einen Schwamm oder einen Lappen?

Tom: Bei mir sieht das leider nicht so ästhetisch aus wie in der Barbour-Werbung. Ich nehme einen Schwamm und arbeite mit Bedacht und Ruhe. Das Wachs erwärme ich in heißem Wasser. Einen Föhn benutze ich nicht; ich mache es lieber an einem sonnigen Tag. Ach, ich freue mich schon darauf.

Gatti Grigi: Das macht beinahe Lust auf schlechtes Wetter. Zum Abschluss folgt noch eine schnelle Entweder-oder-Runde. Für mich wird das jetzt besonders lustig, denn ihr müsst euch auf eine Antwort einigen. Wenn nicht, auch nicht weiter schlimm.


Gatti Grigi: Einreiher oder Zweireiher?

Marco: Ich sage Einreiher.

Tom: Mist, ich sage Zweireiher.

Marco: Na gut – dann Zweireiher.

Gatti Grigi: Florenz oder Neapel?

Tom: Florenz.

Marco: Ich dachte, da wären wir uns einig. Ich würde sofort nach Neapel ziehen, wenn ich könnte.

Gatti Grigi: Flanell oder Leinen?

Tom: Flanell.

Marco: Da gehe ich mit. Flanell ist einfach besser.

Gatti Grigi: Krawatte oder keine Krawatte?

Marco: Ohne.

Tom: Natürlich mit Krawatte!

Gatti Grigi: Schön, dass ihr euch so einig seid. Loafer oder Oxford?

Tom: Loafer.

Marco: Natürlich Loafer. Wir besitzen beide keine Oxfords.

Gatti Grigi: Wenn ihr nur noch eine Bezugsquelle wählen dürftet: Maßanfertigung oder Vintage?

Tom: Maßanfertigung – wenn wir die Kosten außer Acht lassen.

Marco: Die Hälfte meines Kleiderschranks besteht aus Vintage. Aber wenn Geld keine Rolle spielt: Maßanfertigung.

Gatti Grigi: Barbour oder Trenchcoat?

Tom: Barbour.

Marco: Ja, schon Barbour.

Gatti Grigi: Espresso oder Negroni?

Marco: Ich trinke beides. Tom trinkt eigentlich keines von beiden.

Tom: Dann Negroni.

Gatti Grigi: Ein perfekter dunkelblauer Anzug oder so viele Sakkos, wie ihr wollt?

Marco: Sakkos.

Tom: Sakkos.

Gatti Grigi: Wer besitzt mehr Kleidungsstücke?

Marco: Ich.

Tom: Ja, definitiv du.

Gatti Grigi: Wer braucht morgens länger, um sich fertig zu machen?

Tom: Marco.

Marco: Ich habe schließlich auch mehr Auswahl.

Gatti Grigi: Wer tätigt eher Spontankäufe?

Tom: Marco.

Marco: Ja, schon.

Gatti Grigi: Wer würde eher das Outfit des anderen kritisieren?

Marco: Ich.

Tom: Ja.

Gatti Grigi: Letzte Frage: Wer würde länger mit nur einem Anzug auskommen?

Marco: Ich glaube, du, Tom.

Tom: Das würde ich auch sagen. Ich würde das vermutlich eher schaffen.



Zwei Brüder, zwei unterschiedliche Stilpersönlichkeiten und eine gemeinsame Leidenschaft: Die Gebrüder Lämmermann zeigen, dass klassische Herrenmode weder steif noch unnahbar sein muss. Gerade ihre Unterschiede machen das Projekt spannend und vielleicht sehen wir die beiden schon bald nicht mehr nur auf Instagram, sondern auch in längeren Videoformaten. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal von Herzen bei euch beiden bedanken. Unser gemeinsamer Abend war mir eine unglaubliche Freude, und ich hoffe sehr, euch schon bald bei einer Veranstaltung wiederzusehen und auf ein gemeinsames Getränk einladen zu dürfen.

Bis dahin wünsche ich euch nur das Allerbeste und sende euch die allerbesten Grüße.


Sämtliche in diesem Artikel verwendeten Fotografien sind Eigentum der Gebrüder Lämmermann. Die Bildrechte liegen ausschließlich bei ihnen; uns wurden die Aufnahmen freundlicherweise zur Verwendung in diesem Artikel zur Verfügung gestellt.

Unterstützt Marco und Tom und folgt den Gebrüdern Lämmermann auf Instagram. Vielen Dank.


Wir hoffen euch hat das Interview genauso gut gefallen wie uns. Bis zum nächsten Mal.

Meow & Ciao

In Conversation with Gebrüder Lämmermann


What began as a shared passion for classic menswear quickly developed into a project of its own. As Gebrüder Lämmermann, Marco and Tom demonstrate just how versatile sartorial style can be sometimes classic and conservative, sometimes Italian, preppy or unexpectedly new combined.

We spoke with the brothers about their first suits, the beginnings of their Instagram account, their different approaches to style, authenticity and their plans for the future. Naturally, we also discussed loafers, long coats, tucked-in ties and why autumn might just be the finest season for getting dressed.



Who Are Gebrüder Lämmermann?

Gatti Grigi: Before we talk about clothes: Who are Gebrüder Lämmermann and how would each of you introduce the other to someone?

Tom: That is a strong opening question. We are two people who try to approach the subject without making it overly complicated. Suits are simply cool as are the looks you can create with them. In my opinion, there is no reason to treat it all as something more elevated or pretentious than it really is. We enjoy it, and we enjoy talking to the people in this community. Through our Instagram account, we want to inspire others, take them along with us and perhaps give them that small push to try something for themselves.

Even his name gives Marco a more Italian touch. I sometimes lean more towards preppy or British style, whereas Marco brings more of that Italian attitude to life and you can simply see it in him.

Marco: The interesting thing is that our interest began at roughly the same time. We both worked in banking, which naturally brought us into contact with suits. At first, of course, they were the typical off-the-rack suits, but our interest grew from there.

Of the two of us, Tom is the one who is more willing to take risks and experiment with extravagant combinations. Sometimes he wears something I would initially rule out for myself and six months later, I end up copying him after all. He simply tries things without spending too much time wondering whether or not they can be worn that way.

Tom: Tucking in the tie is a prime example!

Marco: Yes, but that is still your thing. You have not convinced me yet.

Tom: You will come around eventually, I promise.



From the First Suit to a Personal Style


Gatti Grigi: So you discovered the sartorial world together. Was there a particular moment or garment that gradually drew you deeper into it?

Marco: For me, it was more of a gradual process. The more I explored the subject, the more attention I paid to how my colleagues dressed. Some of them wore suits simply because they had to. They did not care how the tie sat or how the shirt looked as long as they had fulfilled the requirement. I knew I wanted to do it differently.

Looking back, the relaxation of the dress code may have been a pivotal moment. Suddenly, there was more freedom for personal expression, and I made a conscious decision not to simply make everything more casual. Instead of trainers, I started experimenting with loafers, but I also enjoy pairing them with a T-shirt. Sometimes I actually find that cooler than wearing a shirt. It allows me to play around without simplifying the outfit too much.

Thinking even further back, my interest probably began earlier. I am a huge How I Met Your Mother fan. From today’s perspective, one might be rather critical of the suits in the series, but I thought they were fantastic at the time. Even then, I was already wondering how one could wear a suit without attending a wedding and how it could become a perfectly natural part of everyday life. In a way, the subject has always been with me.

Tom: My path was similar. Marco is the older of the two of us, and as a younger brother, you naturally look up to him. When he was already wearing a suit to work and I was still at school, I thought it was incredibly cool.

Later, I discovered Brian Sacawa and He Spoke Style on YouTube, as well as his website. Back then, there was a lookbook with well over a hundred outfits that you could scroll through endlessly. I genuinely spent hours doing that.

When I eventually started working at a bank myself, I could finally explore that interest. In the beginning, I naturally wore off-the-rack suits too, you simply do not know any better at that point. Only with time do you begin to notice the details: Where should the waistband sit? How does a wider trouser leg alter the proportions? That was when I began to experiment.

I wore a tie almost from the start, simply because I enjoyed it sometimes more formally, sometimes just a knitted tie with a sports jacket. At first, work gave me the opportunity to express my style, but gradually it carried over into my private life. If it works at the office, why should I not wear it in my free time as well?



A few Drinks and an Idea


Gatti Grigi: When did your shared interest become the project we now know as Gebrüder Lämmermann?

Tom: That was in 2025. At the time, I was questioning a lot of things: What did I actually want to do, both professionally and personally? We were already deeply immersed in menswear and could spend hours discussing it.

Eventually, we had the idea that there was no need to quit our jobs immediately. Instead, we could find a way to pursue our hobby and get a foot in the door of the scene. So we decided to start an Instagram account and simply see where it might lead. A few drinks were involved in the creative process, by the way.

At first, we did not show our faces. That was important to us in the beginning. Then the first images found an audience, and we thought: Okay, cool – we might as well show ourselves too. The first followers arrived, everything developed fairly quickly and suddenly we found ourselves right in the middle of the community.

Marco: It is a genuinely funny story. We were at a rooftop bar in Nuremberg, having a few drinks and talking about the idea. Roughly five hours later, we left with an initial version of our logo and a firm plan to meet again the following Saturday and launch the project.



Two Brothers, One Clear Vision


Gatti Grigi: Did you complement each other well from the beginning? How do your projects come together spontaneously, or according to a fixed storyboard?

Marco: By now, we have a clear division of responsibilities that developed quite naturally over time. We worked differently in the beginning and partially switched roles after the first few weeks.

I am the more structured one and enjoy planning. Tom is quicker to take the initiative. That is why we complement each other so well: He brings in plenty of ideas, and I consider how we might put them into practice. I sometimes lack the spontaneity to simply try things.

I am usually behind the camera because that is where I am more comfortable. Tom simply steps in front of it, and at least seventy out of a hundred photographs will work. With me, perhaps forty or even only thirty will be usable. We therefore get more out of a shoot when I remain behind the camera.

Tom: I also think we complement each other extremely well. Our passion is equally strong, even if we wear certain garments differently. Marco takes care of many things that need to be organised and managed behind the scenes. He is also very good with numbers. Sometimes I have far too many ideas and Marco manages to turn a great many of them into reality.

Marco: It is surprising how quickly you realise just how much work happens in the background. Our first four months were very intense, and we met an incredible number of people including the guys from Mercury in Dortmund, who have since become genuinely good friends.

Through the various events, we realised that in some respects we almost had to organise ourselves like a business, even if that sounded a little strange at first. Suddenly, you have to consider things that had never even crossed your mind before and not every experience is automatically a positive one.



Inspiration and Individual Style


Gatti Grigi: As your account became more professional, did you begin to influence each other stylistically, or do you make a conscious effort to retain your individuality?

Marco: It is a healthy mixture of both. With our first flat lays, we could still combine our clothes quite freely. Once we began wearing the outfits ourselves in front of the camera, the pieces naturally had to fit. We are roughly the same size, but you still notice the differences.

It was important to us not to present artificial outfits that we would never actually wear ourselves.

Tom: Whenever we create different kinds of content, we notice that not everything performs equally well. A classic business look with a suit, white shirt and tie often appeals to a broader audience. Those outfits also attract more attention from people outside the immediate menswear community.

When things become more creative with summer outfits worn without a tie, for example, the content tends to remain more niche. On the other hand, it is often appreciated precisely by those who have an eye for detail. There are things we probably would not have noticed ourselves five years ago. Other people may simply be thinking: “Mate, why are you tucking your tie into your trousers?”

Marco: I am still asking myself the same question.

Everyone laughs.

Tom: Fortunately, there are enough niches within the niche to keep everyone from dressing exactly the same.



The Most Coveted Pieces in Each Other’s Wardrobes


Gatti Grigi: Is there a piece in the other person’s wardrobe that you secretly wish you owned yourself?

Marco: By now, we are both fairly well equipped. In the beginning, however, we often bought very similar or even identical pieces. Cream and navy are simply a good combination although it occasionally meant turning up to family gatherings in the same outfit.

Later, we began choosing suits in similar colours but with different cuts or cloths. Otherwise, we would end up looking alike again, and owning the same outfit twice does not help us much on Instagram either.

There have certainly been occasions when Tom had a suit made and I would have liked the same cloth for myself.

Tom: You have to be specific now. Which piece from my wardrobe would you actually want?

Marco: Then it would be your SuitSupply Roma, which you had made during our last visit. I had already picked out the cloth for myself. Then they held it up to you, and you immediately fell in love with it. Being you, you bought it on the spot while I was thinking the entire time: Damn, how am I supposed to get this cloth out of your head now?

Tom: That is funny, because I absolutely love the suit as well. There are plenty of things in your wardrobe I would happily take. If I had to choose, however, it would be your double-breasted flannel suit in a six-on-one configuration. It is classic and conservative.

I do not own a complete flannel suit yet only a pair of flannel trousers that I absolutely adore. I am still missing the right jacket to go with them. Unfortunately, yours does not fit me, but if I had one wish, that would be my choice.



Style as a Journey


Gatti Grigi: Has your style changed since you began sharing your outfits publicly?

Tom: From my perspective, the answer is very clearly yes. We always say that style is a journey. A great deal of development can happen within a short period of time, and that is not necessarily a negative thing at all.

We have been on Instagram for about a year. When I look back at our outfits from that time, I can see a clear change, even though I have not bought that many new pieces. Instead, I have chosen more selectively, wider-cut trousers, for example. They do not fundamentally alter the character of an outfit, but they make it look much stronger because the proportions are better. Your awareness of such details can change enormously within a remarkably short time.

Marco: Then there is the way other people perceive you. When we are out together and go for a coffee after a shoot, we are dressed like this in public without any particular occasion. That makes the style feel increasingly natural.

At first, friends would ask why we were dressed a certain way. Nobody asks anymore, it is simply part of who we are. We do not come from a major city but from a more rural area, and that is naturally reflected in the way people dress.

When we walk through Munich, our appearance feels entirely natural. Back home, by contrast, you will hardly encounter a second person wearing loafers across the market square. I could probably count on one hand how many people I have seen wearing them there.


Authenticity over Hype


Gatti Grigi: What does authenticity mean in a world where we constantly influence and sometimes copy one another?

Marco: To me, being authentic means standing behind what you do. We do not jump on every hype train. That would certainly be easier: There are countless video ideas and hooks that could be copied without much effort, and we know they would reach a great many people.

But that is not what we aspire to do. We want to communicate our content honestly, rather than building reach in that way. Of course, other people influence us subconsciously as well. The crucial thing is to remain true to ourselves and to the content we publish.

Tom: I feel the same way. There are many different creators within our community. Some follow trends in order to generate as much attention as possible. We want people to follow us because of our message not because of a copied Reel.

Perhaps that kind of content would bring us more followers in the short term. But those people would be following us for something we copied, not for our actual message. Eventually, you have to ask yourself: Do you want to chase one trend after another, or is it more important to represent your own values? We very clearly choose the latter.

We appreciate receiving attention, but it matters to us that the content is genuinely ours.

Marco: And we want to be proud of it. Our friends and acquaintances see what we are doing too, and naturally, we want them to think it is good.


Two Wishes with No Spending Limit


Gatti Grigi: If each of you could have one garment made without considering the price or how practical it might be, what would it look like?

Tom: That is not a good question for my enthusiasm for buying things. Some time ago, I discovered a coat from the guys at Mercury that I was also allowed to wear during Pitti: a herringbone car coat.

My rule for coats is simple: The longer, the better especially when they have raglan sleeves. I fell in love with that piece at first sight. One day I will buy it. It is definitely on my wish list.

Gatti Grigi: Was that the salt-and-pepper coat?

Tom: Marco wore the salt-and-pepper one. Mine was the herringbone version.

Gatti Grigi: And what would you choose, Marco?

Marco: A dinner suit has been on my list for a long time. I still do not own a complete one. I buy a great deal through Vinted, where I found someone selling plenty of SuitSupply pieces that fit me very well. It means I occasionally come across interesting things at very reasonable prices.

That is also how I found a white dinner jacket, which I was able to wear properly for the first time at W. M. Brown during Pitti. It already creates part of the look, but I am still missing the complete dinner suit. That would be my wish even if, considering the number of suits already hanging in my wardrobe, I can hardly justify saying it.



Do Gebrüder Lämmermann Exist Individually?


While Marco briefly leaves the call, we continue the conversation with Tom alone.

Gatti Grigi: How much of Gebrüder Lämmermann’s online presence comes from you alone? Do you even have an online presence as an individual, or is everything a joint project?

Tom: The work is entirely collaborative. Nothing happens without consulting the other person. Naturally, we have divided the responsibilities between us. As Marco already mentioned, I appear in front of the camera more often, while he focuses more on the editorial side and the photography. He is simply the expert when it comes to the camera. Nevertheless, we discuss every outfit and plan every post together.



Summer or Winter Pitti?


Gatti Grigi: Welcome back, Marco. We were just talking about dinner suits, invitations and the W. M. Brown party at Pitti. Will you be attending the next edition as well?

Marco: Yes, definitely.

Tom: We certainly hope so. Hopefully, nothing gets in the way.

Gatti Grigi: If I make it as well, I would be delighted to invite you both for a cold drink. Summer Pitti always looks wonderful in photographs, but in terms of the outfits, the winter edition is the real highlight for me.

Marco: Summer Pitti is naturally exhausting at forty degrees. The winter edition is considerably more comfortable.

Tom: When you compare summer and winter in Germany, our winter is simply far too cold. In Florence, the difference between the two editions is less extreme – aside from the fact that the summer heat completely wears you out.

During the winter edition, you can still stand in the lane outside J. Mueser or attend the W. M. Brown party by the pool. The temperatures do not force you to hide indoors.


From an Instagram Account to a Brand of Their Own?


Gatti Grigi: If we look several years into the future, could you imagine Gebrüder Lämmermann becoming more than the social-media presence it is today?

Tom: If you put it that way, some of our followers already think it is. That can be both a blessing and a curse, because many people assume we are a shop. We suspect our logo may be responsible. To some people, we apparently already are a brand. But when it comes to the future, I am happy to hand over to Marco.

Marco: We do not have a fixed plan yet. Of course, we think about how the project might develop and we have discussed the possibility of creating our own products. But there is no concrete idea at present. It definitely will not be scented candles or hand creams.

Perhaps we will work more across different platforms in the future and make a proper start on YouTube. We are interested in relaxed videos, podcasts and other conversational formats. We are collecting ideas and thinking about how we can create something of our own without imitating anyone else. We cannot say anything more specific at the moment. It may not be the most exciting answer, but it is the honest one.

Gatti Grigi: If we return to the beginning and Brian Sacawa’s He Spoke Style, we can easily picture you in that space: not simply showing outfits but also discussing them in longer videos. Would that appeal to you?

Marco: Yes, absolutely. The YouTube account actually already exists. We created it months ago to secure the name. There is nothing on it yet because we are still considering which format would suit us best.

I am particularly drawn to the cinematic side of it. We still lack some of the necessary know-how, but I believe we could produce some genuinely good videos. It would certainly be an exciting direction for the future.

Tom: Exactly although we are starting with Let’s Plays! Haha!

Marco: Our next project really is to focus more strongly on video, including on Instagram. We want to produce high-quality content and tell stories. The main thing we lack at the moment is time but we simply have to make it happen.

Tom: Then it is officially settled.


The Best Advice for Getting Started


Gatti Grigi: When you consider where you are today and how many new people continue to discover this world, what advice would you give someone just starting out?

Tom: My first piece of advice would be to master the basics. A navy suit will almost always work. Personally, however, I would place particular emphasis on good shoes because they cover such a wide range of situations.

I would recommend loafers. They work with a T-shirt just as well as they do with a white shirt and jeans. A good pair automatically elevates the entire look. My advice would therefore be to experiment more with shoes and build different trouser combinations around them.

Marco: I agree. The second step would be this: Buy a truly good pair of trousers and listen to knowledgeable advice when doing so. Choose a higher rise and a wider leg, and please do not simply pick up any old pair from a department store. Trousers can completely transform an outfit.

Take a beautiful pair with a little break and double pleats, add an inexpensive white T-shirt and a good pair of shoes and the look is complete.



Time for bad weather


Gatti Grigi: We are gradually moving towards autumn. The rainy days are becoming more frequent, and Barbour-jacket season is just around the corner. What do you think people should have on their radar or underneath their jackets?

Marco: I will start, and then Tom can fully indulge his enthusiasm for autumn.

Tom: Then it is time for my autumn propaganda!

Marco: I am really looking forward to it. As much as I love summer, I cannot wait to take the autumn pieces out of the wardrobe again. Brown is always fantastic, I love brown. Particularly in autumn, I almost prefer it to navy. The heavier, weightier cloths instantly create that typical autumn look. And now, the stage is yours, Tom. You can start nerding out.

Tom: Unlike Marco, I am a genuine autumn fan. Those are the best days of the year for me: The air is fresh, there are no mosquito bites, and I am simply excited for the season.

We take out the Barbour jackets although mine still needs rewaxing first. So that is my advice: Rewax your Barbour jackets in good time. Experienced Barbour wearers will already know this, but seriously, do it!

Gatti Grigi: Do you use a sponge or a cloth?

Tom: Unfortunately, it never looks quite as aesthetically pleasing when I do it as it does in a Barbour advert. I use a sponge and work slowly and carefully. I warm the wax in hot water. I do not use a hairdryer; I prefer to do it on a sunny day. I am already looking forward to it.

Gatti Grigi: That almost makes bad weather sound appealing. To finish, we have a quick either-or round. This will be particularly entertaining for me because the two of you have to agree on a single answer. No problem if not possible.


Gatti Grigi: Single-breasted or double-breasted?

Marco: I say single-breasted.

Tom: Damn, I say double-breasted.

Marco: Fine, double-breasted, then.

Gatti Grigi: Florence or Naples?

Tom: Florence.

Marco: I thought we would agree on this one. I would move to Naples tomorrow if I could.

Gatti Grigi: Flannel or linen?

Tom: Flannel.

Marco: I agree. Flannel is simply better.

Gatti Grigi: Tie or no tie?

Marco: No tie.

Tom: A tie, of course!

Gatti Grigi: It is lovely to see how much you agree. Loafers or Oxfords?

Tom: Loafers.

Marco: Loafers, naturally. Neither of us owns a pair of Oxfords.

Gatti Grigi: If you could choose only one source for your wardrobe: made-to-measure or vintage?

Tom: Made-to-measure – assuming we ignore the cost.

Marco: Half of my wardrobe is vintage. But if money is no object, made-to-measure.

Gatti Grigi: Barbour or trench coat?

Tom: Barbour.

Marco: Yes, Barbour.

Gatti Grigi: Espresso or Negroni?

Marco: I drink both. Tom does not really drink either.

Tom: Negroni, then.

Gatti Grigi: One perfect navy suit or as many sports jackets as you want?

Marco: Sports jackets.

Tom: Sports jackets.

Gatti Grigi: Which of you owns more clothes?

Marco: I do.

Tom: Yes, definitely you.

Gatti Grigi: Which of you takes longer to get ready in the morning?

Tom: Marco.

Marco: I have more choice, after all.

Gatti Grigi: Which of you is more likely to make an impulse purchase?

Tom: Marco.

Marco: Yes, probably.

Gatti Grigi: Which of you is more likely to criticise the other’s outfit?

Marco: I am.

Tom: Yes.

Gatti Grigi: Last one: Which of you could manage for longer with only one suit?

Marco: I think you could, Tom.

Tom: I would say so too. I would probably cope with it better.



Two brothers, two distinct style personalities and one shared passion: Gebrüder Lämmermann show that classic menswear does not have to feel rigid or unapproachable. It is precisely their differences that make the project so engaging and perhaps we will soon see them not only on Instagram, but in longer video formats as well. At this point, I would like to thank both of you once again from the bottom of my heart. Spending the evening with you was an absolute pleasure, and I sincerely hope to see you again soon at an event and have the opportunity to invite you for a drink.

Until then, I wish you both nothing but the very best and send my warmest regards.


All photographs featured in this article are the property of Gebrüder Lämmermann. All image rights remain exclusively with them; the photographs were kindly made available to us for use in this article.

Support Marco and Tom and follow Gebrüder Lämmermann on Instagram. Thank you.


We hope you enjoyed the interview as much as we did. Until next time.

Meow & Ciao

Schreibe einen Kommentar

Entdecke mehr von Gatti Grigi

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen